Münchner Hausbrot – Sauerteigrezept & Anleitung

Ein ausgewogenes, leicht säuerliches Münchner Hausbrot mit gemischtem Roggen- und Weizenmehl. Praktischer Zeitplan, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Hinweise zur Fehlersuche für Heimbäcker.

Auf einen Blick

Schwierigkeit
mittel
Aktive Zeit
40 Minuten
Gesamtzeit
18–26 Stunden (je nach Kühlschrankgare)
Ergibt
1 Laib (ca. 900–1000 g)

Das Münchner Hausbrot ist ein traditionelles, bayerisch geprägtes Hausbrot, das mittleren Roggen und Weizenbrotmehl kombiniert und so ein saftiges Innenlager, eine knusprige Kruste und milde Säure ergibt. Eine lange, kontrollierte Fermentation entwickelt Geschmack, verbessert die Verdaulichkeit und hält die Krume zart[1][2].

✓ Ausgewogener Roggen-/Weizencharakter ✓ Flexibler Zeitplan (Übernachtgare im Kühlschrank möglich) ✓ Gut für Sandwiches und kräftige Frühstücke

Nicht geeignet wenn:

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Zutaten

Wiege alles auf einer Küchenwaage. Eine genaue Hydration ist wichtig, weil Roggen Wasser anders bindet als Weizen[2].

Zutat Menge % Notiz
Mittleres Roggenmehl (Type 1150) 300g 50% Gibt typisches Roggenaroma und Saftigkeit
Brotmehl (starker Weizen) 300g 50% Sorgt für Struktur und Ofentrieb
Wasser 430g 72% Zimmertemperatur; bei sehr weichem Teig ±10g anpassen
Aktiver Sauerteigansatz (100% Hydration) 150g 25% 4–8 Stunden vor Gebrauch füttern, bis er blasig ist[1]
Salz 12g 2% Nach Geschmack anpassen

Zeitplan

Wochenend-Version

Morgens starten und nachmittags backen — ein Projekt für den ganzen Tag

Tag 0 - 08:00 Ansatz füttern, damit er zur Mischzeit aktiv ist
Tag 0 - 12:00 Teig mischen (15 min)
Tag 0 - 12:15 bis 16:15 Stockgare bei Raumtemperatur (1–2x falten) (4 Stunden)
Tag 0 - 16:15 Formen und in den [Banneton](https://amzn.to/4r2duLq) legen (10 min)
Tag 0 - 16:30 bis 18:30 Endgare bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank für langsamere Gare
Tag 0 - 18:30 Backen (60 min)

Wochentags-Version

Abends mischen und am nächsten Nachmittag backen — Kühlschrankgare für Komfort

Tag 0 - 21:00 Teig mischen (15 min)
Tag 0 - 21:15 Stockgare 1–2 Stunden, dann formen und im [Banneton](https://amzn.to/4r2duLq) im Kühlschrank parken
Tag 1 - 16:00 Ofen mit [Gusseisentopf](https://amzn.to/4k0AN6f) vorheizen und backen (60 min)

💡 Tipps

  • Wenn die Stockgare zu schnell läuft, den Teig kurz in den Kühlschrank stellen, um die Aktivität zu verlangsamen[1]
  • Geformter Teig kann 24–48 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden für flexible Backzeiten[2]

Schritt für Schritt

1

Autolyse und Mischen

Mehle und 400 g des Wassers in einer großen Rührschüssel mischen. 20–40 Minuten ruhen lassen (Autolyse), damit Roggen und Weizen hydratisieren. Ansatz, restliches Wasser und Salz zugeben und mit einem Teigschaber oder Teigrührer mischen, bis der Teig homogen ist. Roggen nicht zu stark mechanisch kneten; Ziel ist ein zusammenhängender, leicht klebriger Teig[2].

✓ Visueller Check: Teig ist zusammenhängend, gut hydratisiert und leicht klebrig
⚠️ Häufiger Fehler: Zu viel mechanisches Kneten – Roggen braucht Hydration und Enzymaktivität statt Glutenentwicklung

⏱ 25–35 Minuten inkl. Autolyse

2

Stockgare mit sanften Faltungen

Schüssel abdecken und bei 20–22 °C fermentieren lassen. In den ersten 90 Minuten 1–2 sanfte Faltungsdurchgänge durchführen, um Struktur aufzubauen. Mit einem Teigschaber hochheben und falten.

✓ Visueller Check: Teig nimmt ca. 30–50% Volumen zu und zeigt Gärblasen

⏱ 3–5 Stunden abhängig von der Temperatur

3

Vorfomen und Stückgare

Teig auf eine leicht bemehlte Fläche (Roggenmehl verwenden) geben. Locker zu einem Rundling vorformen und 15–20 Minuten ruhen lassen.

✓ Visueller Check: Teig hält die Form und hat eine leicht klebrige Oberfläche

⏱ 20 Minuten

4

Endform und Endgare

Zu einem Oval oder Bâtard formen und mit der Naht nach oben in einen bemehlten Banneton legen. Abdecken und 1–2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen oder 10–18 Stunden im Kühlschrank für eine langsamere, komplexere Fermentation[1].

✓ Visueller Check: Laib zeigt sanften Aufgang und besteht den leichten Stichtest (federndes, langsames Zurückschnellen)

⏱ 1–18 Stunden je nach Methode

5

Backen mit Dampf

Backofen mit einem vorgeheizten Gusseisentopf 30–45 Minuten auf 250 °C vorheizen. Laib auf Backpapier stürzen, mit einer Brotlame einschneiden und in den Gusseisentopf setzen. Mit Deckel 15–20 Minuten backen, dann Deckel entfernen und auf 200 °C reduzieren und weitere 30–35 Minuten backen, bis die Kruste tiefbraun ist. Mit einem Sofortthermometer die Kerntemperatur prüfen (~96–98 °C / 205–208 °F)[1].

✓ Visueller Check: Tiefbraune Kruste und hohler Klang beim Klopfen

⏱ 50–60 Minuten

6

Abkühlen vor dem Anschneiden

Laib mit Ofenhandschuhen herausnehmen und mindestens 2 Stunden auf einem Gitter abkühlen lassen. Zu früh schneiden führt zu einer klebrigen Krume, weil die Stärke noch nicht vollständig gesetzt ist[2].

✓ Visueller Check: Laib auf Zimmertemperatur abgekühlt

⏱ 2+ Stunden

Tipps & Variationen

Variationen

Münchner Laib mit Körnern

50 g gemischte Kerne (Sonnenblumen, Kürbis) in den Teig geben

→ Gibt Textur und nussigen Geschmack

Etwas süßer

1 EL Honig im Wasser auflösen vor dem Mischen

→ Milderer Säureton und schnellere Bräunung

Höherer Roggenanteil

Roggenanteil auf 60% erhöhen und Weizen entsprechend reduzieren

→ Dunklere Krume, ausgeprägteres Roggenaroma

Profi-Tipps

  • 💡 Immer auf einer Küchenwaage wiegen — kleine Fehler ändern das Hydrationsverhalten erheblich[2]
  • 💡 Einen Teigschaber verwenden, um beim Formen klebrigen Teig sauber zu halten
  • 💡 Selbstbewusst mit einer Brotlame einschneiden, um den Ofentrieb zu lenken

Häufige Probleme

Typische Probleme und schnelle Prüfungen:

Aufbewahrung

Brottopf / Papiertüte

4–6 Tage

Mit der Schnittfläche nach unten lagern, um Feuchtigkeit zu halten

Küchentuch

3–4 Tage

Leinen verwenden, um etwas Luftzirkulation zu ermöglichen

Einfrieren

3 Monate

Vor dem Einfrieren in Scheiben schneiden und direkt gefroren toasten

⚠️ Brot nicht im Kühlschrank aufbewahren — das beschleunigt das Altbackenwerden durch Stärke‑Retrogradation[1][2]

Quellen

  1. [1]
    The Perfect LoafThe Perfect LoafLink
  2. [2]
    PlötzblogPlötzblogLink